Projekte 2014  - Stadt Witten

Bewilligung der ersten Projekte 2014

Der Wittener Begleitausschuss zur Vergabe der Fördermittel für das Bundesprogramm "TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN" hat in seiner Sitzung am 19.02.14 die ersten Projekte für die Zwischenförderphase 2014 bewilligt. „Ich finde es sehr erfreulich, dass in diesem Jahr im Rahmen der Zwischenförderphase noch mal 90.000,- € zur Verfügung stehen“, erklärt Michael Lüning vom Amt für Jugendhilfe und Schule, als städtischer Koordinator zuständig für die Umsetzung des lokalen Aktionsplans in Witten. 

Im Begleitausschuss, der im Rahmen des lokalen Aktionsplans Witten über die Verteilung der Gelder befindet, arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aus der Kommunalpolitik, von sozialen Trägern wie AWO, Caritas, Diakonie und dem Paritätischem, aus Sport und Kultur, des Kinder- und Jugendparlaments, des Amtes für Jugendhilfe und Schule, die Gleichstellungsbeauftragte und die Wittener Integrationsbeauftragte mit. „Das Antragsvolumen hat die zur Verfügung stehenden Fördermittel wieder um einiges übertroffen, so dass nicht alle eingereichten Projekte gefördert werden konnten. Einige Anträge haben aber auch die formalen Kriterien nicht erfüllt“, will Lüning den abgelehnten Antragsstellern Mut machen es bei der nächsten Antragsphase erneut zu versuchen und ergänzt: „Die VHS und die Stadt Witten bieten zur Antragsstellung Beratung an“. Neben der Förderung der VHS als externe Koordinierungsstelle, ohne die eine Umsetzung des lokalen Aktionsplans in Witten gar nicht möglich wäre, gibt es in diesem Förderjahr eine bunte Mischung von Projekten, die sich den Leitzielen des Bundesprogramms widmen. Der kulturelle Bereich ist wieder mit einer Förderung des Tanztheaters Abracadabra und der Aufführung eines Theaterstücks zur Situation von Roma und Sinti am Albert-Martmöller-Gymnasium vertreten. Die Crengeldanzschule kann für ihre Initiative als Friedensstifterschule jemanden aus dem Kollegium an der Gewaltakademie Villigst zum Anti-Gewalt- und Deeskalationstrainer ausbilden lassen. Die Wittener Werkstadt führt ein dreitägiges Open Air Festival unter dem Titel „Freiheitsräume“ durch und die Schülerinnen und Schüler der Hardenstein-Gesamtschule haben den Zuschlag für ihre Musikveranstaltung „Rock gegen Rechts“ erhalten. Die Wittener Internationale Gesellschaft wird wieder ein Filmprojekt über Wittener Zuwanderungsgeschichten realisieren und der FSV Witten eine parallel zur Fußball-WM stattfindende Mini-WM mit einem begleitendem Fest der Nationen durchführen. Passend zur Kommunal- und Integrationsratswahl setzt der Jugendmigrationsdienst der AWO EN ein Projekt zur Beteiligung und Vorbereitung von jungen Menschen unter dem Titel „Du hast die Wahl!  - Teilnehmen, Mitgestalten, Mitentscheiden“ um. Die Installation der Wanderausstellung "Deine Anne - Ein Mädchen schreibt Geschichte" in der Aula des Schillergymnasiums, welche mit einem innovativen Peer – to – Peer Projekt insbesondere jungen Menschen das Leben der Anne Frank näher bringen soll, ist am Jahresende (November/Dezember) einer der Höhepunkte des lokalen Aktionsplans.

„Dem Begleitausschuss lagen 17 Anträge vor, von denen 12 bewilligt wurden“, berichtet Michael Lüning. „Dabei sind bis auf  knapp 10.000,- € die gesamten in diesem Jahr zur Verfügung stehenden Mittel verausgabt worden. Diese Restmittel werden in einer zweiten Antragsphase im Frühjahr in einer weiteren Sitzung des Begleitausschusses vergeben“, so Lüning weiter.

Eine Übersicht aller geförderten Projekte findet sich unter Projekte 2014

Projekte 2014/ Übersicht

Im Rahmen des Lokalen Aktionsplans (LAP) sind für 2014 folgende Projekte bewilligt:

  • Du hast die Wahl! - Teilnehmen Mitgestalten Mitentscheiden - Junges Witten zur Kommunal-u.Integrationsratswahl 2014 - Jugendmigrationsdienst der AWO UB Ennepe-Ruhr
  • "Einfach leben oder Wenn ich drei Wünsche frei hätte", ein Märchen von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund - Tanztheater Abracadabra
  • Mini-WM für D-Junioren mit begleitendem Fest der Nationen - FSV Witten
  • Freiheitsräume° - Open Air Festival - Wittener Werkstadt
  • Fest der Kulturen - Hilfe Direkt e.V.
  • Ausbildung zum Deeskalationstrainer - Nachhaltiges Frieden stiften an der Grundschule Crengeldanz - Förderverein Grundschule Crengeldanz
  • "Omma, wo bist du denn von wech?" Ein dokumentarischer Film über Menschen mit Zuwanderungsgeschichte - Wittener Internationale Gesellschaft e.V. (WIG)
  • Rock gegen Rechts - Verein der Freunde der Hardenstein-Gesamtschule
  • Ausstellung "Deine Anne - Ein Mädchen schreibt Geschichte" - Verein für Kinder- und Jugendförderung Witten-Annen e.V.
  • Anfänger Schwimmkurs für Mädchen ab 12 Jahren mit Migrations-hintergrund - DLRG Ortsgruppe Annen-Bommern e. V.

Der Wittener Begleitausschuss zur Vergabe der Fördermittel für das Bundesprogramm "TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN" hat in seiner Sitzung am 19.02.14 die ersten Projekte für die Zwischenförderphase 2014 bewilligt. „Ich finde es sehr erfreulich, dass in diesem Jahr im Rahmen der Zwischenförderphase noch mal 90.000,- € zur Verfügung stehen“, erklärt Michael Lüning vom Amt für Jugendhilfe und Schule, als städtischer Koordinator zuständig für die Umsetzung des lokalen Aktionsplans in Witten. 

Im Begleitausschuss, der im Rahmen des lokalen Aktionsplans Witten über die Verteilung der Gelder befindet, arbeiten Vertreterinnen und Vertreter aus der Kommunalpolitik, von sozialen Trägern wie AWO, Caritas, Diakonie und dem Paritätischem, aus Sport und Kultur, des Kinder- und Jugendparlaments, des Amtes für Jugendhilfe und Schule, die Gleichstellungsbeauftragte und die Wittener Integrationsbeauftragte mit. „Das Antragsvolumen hat die zur Verfügung stehenden Fördermittel wieder um einiges übertroffen, so dass nicht alle eingereichten Projekte gefördert werden konnten. Einige Anträge haben aber auch die formalen Kriterien nicht erfüllt“, will Lüning den abgelehnten Antragsstellern Mut machen es bei der nächsten Antragsphase erneut zu versuchen und ergänzt: „Die VHS und die Stadt Witten bieten zur Antragsstellung Beratung an“. Neben der Förderung der VHS als externe Koordinierungsstelle, ohne die eine Umsetzung des lokalen Aktionsplans in Witten gar nicht möglich wäre, gibt es in diesem Förderjahr eine bunte Mischung von Projekten, die sich den Leitzielen des Bundesprogramms widmen. Der kulturelle Bereich ist wieder mit einer Förderung des Tanztheaters Abracadabra und der Aufführung eines Theaterstücks zur Situation von Roma und Sinti am Albert-Martmöller-Gymnasium vertreten. Die Crengeldanzschule kann für ihre Initiative als Friedensstifterschule jemanden aus dem Kollegium an der Gewaltakademie Villigst zum Anti-Gewalt- und Deeskalationstrainer ausbilden lassen. Die Wittener Werkstadt führt ein dreitägiges Open Air Festival unter dem Titel „Freiheitsräume“ durch und die Schülerinnen und Schüler der Hardenstein-Gesamtschule haben den Zuschlag für ihre Musikveranstaltung „Rock gegen Rechts“ erhalten. Die Wittener Internationale Gesellschaft wird wieder ein Filmprojekt über Wittener Zuwanderungsgeschichten realisieren und der FSV Witten eine parallel zur Fußball-WM stattfindende Mini-WM mit einem begleitendem Fest der Nationen durchführen. Passend zur Kommunal- und Integrationsratswahl setzt der Jugendmigrationsdienst der AWO EN ein Projekt zur Beteiligung und Vorbereitung von jungen Menschen unter dem Titel „Du hast die Wahl!  - Teilnehmen, Mitgestalten, Mitentscheiden“ um. Die Installation der Wanderausstellung "Deine Anne - Ein Mädchen schreibt Geschichte" in der Aula des Schillergymnasiums, welche mit einem innovativen Peer – to – Peer Projekt insbesondere jungen Menschen das Leben der Anne Frank näher bringen soll, ist am Jahresende (November/Dezember) einer der Höhepunkte des lokalen Aktionsplans.

Sitzung des Begleitausschusses

Am 14.05.14 tagte der Begleitausschuss des lokalen Aktionsplans Witten in der Jugendeinrichtung Famous. Nachdem bereits in der Sitzung vom 19.02.14 ein Großteil der Fördermittel für 2014 vergeben wurde, entschied der Begleitausschuss nun aktuell wie die Restmittel von etwas mehr als 9000,- € eingesetzt werden sollten. Dabei wurde zunächst dem Vorschlag der internen und externen Koordinierungsstellen gefolgt, die zur Erstellung einer Dokumentation, bzw. einer Broschüre, in der die Projekte der Förderjahre 2010 bis 2014 dargestellt werden sollen, Fördermittel in Höhe von 2000,- € beantragten. Des Weiteren soll mit weiteren 2000,- € eine Abschlussveranstaltung am Jahresende durchgeführt werden. Zur Vorbereitung und Planung dieser Veranstaltung zum voraussichtlichen Ende des Förderzeitraums des lokalen Aktionsplans in Witten, sind die Mitglieder des Begleitausschusses aufgerufen, gemeinsam mit den Koordinierungsstellen eine Projektgruppe zur Organisation der Veranstaltung zu bilden. 
Im Hinblick auf das Ende des Bundesprogramms folgt der Begleitausschuss dem Vorschlag mit den restlichen Mitteln ein trägerübergreifendes Projekt zu entwickeln, dass ähnlich wie "Gesicht zeigen" in 2012 viele Träger und Verbände sowie die Zivilgesellschaft einbindet und für Witten noch mal ein markantes Ausrufezeichen für eine tolerante, weltoffene und solidarische Stadt setzt. Auch hierzu soll sich eine kleine Projektgruppe bilden, die vorhandene Projektideen aufnimmt und eine übergreifende Aktion plant, die möglichst viele Bürgerinnen und Bürger anspricht und mitnimmt.

Vergabe der restlichen Fördermittel für 2014

Am 01.10.14 tagte der Begleitausschuss des Lokalen Aktionsplans Witten und vergab die restlichen Fördermittel für 2014. Das Bundesfamilienministerium hatte noch mal 20.000 € zur Verfügung gestellt. Mit diesem Geld konnten weitere Projekte von freien Trägern, Vereinen und Verbänden zur Toleranz- und Demokratieförderung finanziert werden. "Damit gab es in diesem Jahr eine Gesamtförderung für Einzelprojekte in Höhe von 110.000 €", freut sich der interne Koordinator der Stadt Michael Lüning.
So erhielt der Lions Club Rebecca Hanf eine Förderung für die Erstellung einer Wanderausstellung über die Verlegung der Stolpersteine in Witten. Der Förderverein der Holzkamp-Gesamtschule bekommt Fördermittel für die Aktion "Für Vielfalt und Demokratie - Gegen Rassismus".
Der Verein f. Kinder- u. Jugendförderung Witten-Annen e.V., Projektträger der Anne Frank Wanderausstellung, erhielt für die Durchführung eines Rahmenprogramms zur Ausstellung Fördermittel für eine Reihe von Vorträgen und Zeitzeugenveranstaltungen. Auch der kulturelle Bereich kam diesmal nicht zu kurz. Die Blote Vogel Schule führt ein Tanzprojekt durch, der Förderverein der Crengeldanzschule eine musikalische Märchenreise und das Brille Theater ein Stück über Toleranz. Im Jugendbereich wurde ein Partizipationsprojekt des Stadtjugendrings mit den Wittener Jugendverbänden bewilligt. "Insgesamt eine gute Mischung und Ergänzung zu den 15 bereits geförderten Projekten in diesem Jahr" teilt Michael Lüning vom Amt für Jugendhilfe und Schule mit.

„Mini -WM für D-Junioren mit begleitendem Fest der Nationen“ am 21./22. Juni 2014

Wie im vergangenen Jahr – Schmelztiegel Ruhrgebiet – wurde die Veranstaltung auch in diesem Jahr gefördert vom Bundesprogramm ‚TOLERANZ FÖRDERN – KOMPETENZ STÄRKEN‘.
Wenn im Rahmen dieses Bundesprogramms ein Fußballturnier gefördert wird, dann muss es eine besondere Ausrichtung haben und sich von ‚normalen’ Turnieren unterscheiden! Hier waren die beteiligten 16 Mannschaften aufgefordert, sich bereits im Vorfeld mit dem ihnen zugelosten Land zu beschäftigen und es auf einer Malwand zu präsentieren – was mehr oder weniger kreativ gelang. Auch in der ‚WM-Zeitung’ konnte jede Mannschaft eine Seite selber mit dieser Zielsetzung gestalten.Beschäftigung mit der Eigenart einer anderen Kultur, sich mit ihr zu identifizieren, weil man dieses Land vertritt – dies bedeutet, Ähnlichkeiten und Unterschiede zur eigenen Kultur zu entdecken, fördert das Wissen über Menschen anderer Länder und kann damit die Kompetenz der Teilnehmer stärken. In einer feierlichen Eröffnung mit dem Einmarsch der Nationen zu ‚ihren’ Nationalhymnen, in der in der Begrüßung gerade dieser Aspekt herausgestellt wurde, präsentierten alle 16 Mannschaften ihre Malwand, die später die Umrandung des Wullenstadions schmückten. Eine philippinische Tanzgruppe und ein junger Jongleur bereicherten das Eröffnungsprogramm einer Veranstaltung, die unter der Schirmherrschaft der Wittener Bürgermeisterin Frau Sonja Leidemann stattfand. Neben dem Gegeneinander im Turnierbetrieb wurde bei der Erstellung einer ‚Skulptur der Begegnung’ – geleitet vom Wittener Bildhauer Harald Kahl – die gemeinsame Verantwortung für die eine Welt herausgestellt und eine ‚Erinnerung für die Zukunft’ geschaffen: Jede Mannschaft gestaltete ein Element des überdimensionalen Pokals, der von der Weltkugel gekrönt wurde. Das Spruchband „Wir alle spielen in einer Welt“ stellte das Verbindungselement dar. Unter großem Applaus wurde diese Skulptur rechtzeitig zur Siegerehrung ‚enthüllt’ und gab einen begeisternden Rahmen ab für die kleinen ‚Weltmeister’ aus der Schweiz, die zudem mit einer Nachbildung der originalen WM-Trophäe geehrt wurden. Auch hier verlieh die Vorstellung der Cheeleaders T:T:C: Tigers, amtierende Deutsche Meister, der Veranstaltung einen besonderen – emotionalen – Touch.Auch im eigenen Verein, im FSV Witten, hatte die Veranstaltung dazu geführt, sich der verschiedenen in den Mannschaften vertretenen Nationalitäten bewusst zu werden. Mit Stolz haben wir eine Auswahl dieser Spieler mit ihren Familien im Vorfeld fotografiert und sie als ‚Unsere FSV-Familien’ in einer Fotoausstellung auf der Tribüne präsentiert – was einige Aufmerksamkeit erhielt, wie auch die im Bild präsentierte ‚Gestik der Kulturen’, entwickelt von Muhammed Kocer, Mitarbeiter des KSB. Hier wurde jedem Betrachter deutlich, dass sich Kulturen nicht nur in der gesprochenen Sprache, sondern auch in der Gestik, der Körpersprache, oftmals so sehr unterscheiden, dass dem Miss-Verstehen Tür und Tor geöffnet sind. Nicht zuletzt gehört auch die Kooperation mit den Integrationsagenturen aus Witten, Hagen und Schwelm unbedingt zu dieser Veranstaltung. Aus Witten beteiligte sich eine Gruppe des DRK an beiden Tagen mit einem internationalen Speisenangebot. Ihr war es auch zu verdanken, dass die philippinische Tanzgruppe vor Ort war.Am Sonntag folgte dann der ‚Kick-together-Cup’, an dem sich 5 Mannschaften verschiedener Kulturvereine beteiligten, die ihren ‚Hobby-Weltmeister’ ausspielten und die bunte Vielfalt der Veranstaltung bereicherten. Ein reiches Spielangebot im Rahmenprogramm mit attraktiven Großspielgeräten gab dem Ereignis zudem einen heiteren, spielerischen Charakter, zu dem auch das sonnige Sommerwetter enorm beitrug. Wir als Veranstalter dürfen von einer rundum gelungenen ‚Weltmeisterschaft mit begleitendem Fest der Nationen’ sprechen und bedanken uns herzlich für die Mithilfe aller Beteiligten.

"Zigeuner-Boxer" - Theateraufführung im Albert-Martmöller-Gymnasium

Als Höhepunkt der über 4-monatigen Projektphase fand im Juli die Aufführung des Theaterstücks "Zigeuner-Boxer" statt. Ziel des Projekts „Zigeuner-Boxer“ war es,  den Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 9 des Albert-Martmöller-Gymnasiums durch den Besuch eines Theaterstücks einen emotional angelegten Zugang zur Zeit des Nationalsozialismus zu ermöglichen und damit einen Beitrag zur Toleranzerziehung und Bekämpfung von Fremdenfeindlichkeit zu leisten.

Dafür wurde das Ein-Mann-Stück  „Zigeuner-Boxer“ von Rike Reiniger ausgewählt, das auf der Geschichte des sinto-deutschen Boxers Johann „Rukeli“ Trollmann basiert. 1933 hatte er  die Deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht gewonnen, kurze Zeit darauf wurde ihm der Titel durch die Nationalsozialisten wieder aberkannt. 1942 brachten die Nationalsozialisten Trollmann in das Konzentrationslager Neuengamme, wo er 1944 im Außenlager Wittenberge ermordet wurde. Erst im Jahre 2003 wurde ihm der Boxtitel zuerkannt und seinen Angehörigen der Meistergürtel überreicht.

Die Aufführung des Theaterstücks fand im Klassenzimmer statt ohne Grenze zwischen Darsteller und Publikum. So wurden die Neuntklässler unmittelbar in das Geschehen einbezogen, das in Form eines inneren Monologs der fiktiven Figur Hans präsentiert wurde.  Hans erzählte von seiner Freundschaft zu Ruki, dessen Boxkarriere und seinem Tod im Konzentrationslager. Der Hauptdarsteller sprach im Verlauf der Aufführung  die Schülerinnen und Schüler immer wieder direkt an und forderte sie so auf, sich mit dem Inhalt des Stücks auseinanderzusetzen.

Im Anschluss an die Aufführung fand gemeinsam mit dem Schauspieler und der Spielleitung des Westfälischen Landestheaters eine Nachbesprechung statt, in deren Verlauf deutlich wurde, dass das Geschehen den Schülerinnen und Schülern sichtlich nahe gegangen war. Im Zentrum der Diskussion stand dabei vor allem die Frage, wie kann ich handeln, wenn Menschen diskriminiert und verfolgt werden.

Töne, Tanz und Toleranz Open Air 2014

Auch in diesem Jahr wurde auf dem Gelände der WERK°STADT in Witten mit einer Mischung aus guter Musik, Theater und Poetry Slam wieder ein Zeichen für Toleranz und gegen Rassismus und Ressentiments gesetzt: Mit dem dreitägigen „Töne, Tanz und Toleranz“ Open-Air, kurz: „TTUT“. Das Festival war eine Kooperation der WERK°STADT Witten, der Grenzfrei Gruppe und der Hardenstein Gesamtschule. Eröffnet wurde das TTUT am 12.09.2014 mit dem GrenzFreitag, an dem ein Benefizkonzert für Flüchtlinge in Calais gegeben wurde. Die Wittener Grenzfrei Gruppe engagiert sich seit Jahren für die Flüchtlinge in Frankreich und setzt sich massiv für die Verbesserung ihrer dramatischen Situation ein. Malte Steinmann, Mitglied der Grenzfrei Gruppe, hat den Besucher_innen in einem Kurzvortrag bzw. einer Kurzvorstellung einen Überblick über die Situation der Flüchtlinge und die Arbeit der Gruppe Grenzfrei Witten gegeben. Zusätzlich zu diesem Vortrag gab es an diesem Tag zahlreiche Informationsstände auf dem Festivalgelände, an denen sich die Besucher_innen umfassend informieren konnten. Vertreten waren neben der Grenzfrei Gruppe selber folgende Gruppen beziehungsweise Organisationen: Das soziokulturelle Zentrum Trotz Allem, Amnesty International, Afrique-Europe-Interact sowie die Anarchische Gruppe Östliches Ruhrgebiet.

Bei allem Ernst der Sache gab es aber auch ein musikalisches Rahmenprogramm. Dieses lud die Besucher_innenschaft mit Ska, Reggae und Dub’n’Roll zum Verweilen ein. Auf der Bühne standen an diesem Abend das Mondo Mashup Soundsystem, Wotka Trawolta, Brainflow Management sowie der Headliner Martin Jondo.

Besonders familienfreundlich war der Festival-Samstag am 13.09. in Kooperation mit der Hardenstein Gesamtschule angelegt: Der Kinderzirkus der WERK°STADT hat ab 15:30 Uhr eine Aufführung zum Besten gegeben, bei dem die jungen Zuschauer_innen auch aktiv mitmachen konnten. Die Schüler_innen der Hardenstein Gesamtschule haben zudem mit einem Kinderschminkstand, Dosenwerfen und einer vom VfL-Bochum zur Verfügung gestellten Torwand das Familienprogramm erweitert.
Ein Infostand der internen Koordinierungsstelle zum Lokalen Aktionsplan Witten hielt wieder viele Informationen, Broschüren, Fachbeiträge und Dokumentationen zur Umsetzung der Einzelprojekte für die Besucherinnen und Besucher bereit. Michael Lüning vom Amt für Jugendhilfe und Schule und die Programmberaterin Ulla Theisling kamen mit vielen interessierten Gästen des Festivals ins Gespräch und erhielten Anregungen für ihre Arbeit.
Musikalisch kam man als Gast ab 17 Uhr mit Gyp-Hop, Rap, Pop und Drums von Acts wie SBK Basement, Barulheiros, Die Hänger und Tengo hambre pero no tengo dinero auf seine Kosten. Headliner an diesem Abend waren die Ohrbooten aus Berlin.

Zum Abschluss des Festivals am Sonntag, den 14.09., wurde es schließlich lyrisch und performativ. Das Theaterstück „Krieg“ nach Jane Teller feierte seine Premiere. Regisseurin Melanie Schmitt-Nagler und Regisseur Manuel Schmitt brachten das Stück mit dem intergenerativen Ensemble „Theater Lebendig“ auf die Bühne.
Wortgewandt und performativ ging es dann weiter: Die „Sprechstunde“, Wittens größter Poetry Slam, präsentiert sich in einer Open Air-Ausgabe..

Der Eintritt zum gesamten Festival war frei. Es konnte durch Förderungen des Landesjugendamtes, des Lokalen Aktionsplans und der Sparkasse Witten ermöglicht werden.

KOSMOPOLITEN - vom Leben in zwei Welten

Die 800-jährige Geschichte Wittens war immer auch eine Geschichte der Einwanderung. Die Menschen kamen nach Witten auf der Suche nach Arbeit, weil sie auf der Flucht waren, oder wegen der Liebe. In dem Film „Kosmopoliten - vom Leben in zwei Welten“ erzählen drei Generationen, wie es war als Fremde in diese Stadt zu kommen. Wie sie ihr Leben neu anfangen mussten, von der Verständigung ohne Sprache, Schwierigkeiten mit der Bürokratie und Erfahrungen mit Rassismus. Es geht um die Unterschiede zwischen Integration und Assimilation. Und um die Bereicherung durch die Vielfalt der Kulturen. Ohne ihre Herkunft abzulegen haben sie in Witten eine neue Heimat gefunden und leben nun in beiden Welten.
D 2014, 39 Min Regie, Kamera, Schnitt Andrea Lötscher    www.mondrosen.com
Ein Projekt der Wittener Internationalen Gesellschaft (WIG e.V.) Gefördert im Rahmen des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN“

Die Premiere des Films KOSMOPOLITEN - vom Leben in zwei Welten fand am 26. November 2014 in der Jugendeinrichtung TREFF, an der Wittener Werkstadt, statt. Viele interessierte Besucherinnen und Besucher sind gekommen und waren von der sensiblen Umsetzung des Themas und der Qualität des Films begeistert.
Die Mitwirkenden bei dem Filmprojekt, Migrantinnen und Migranten mehrerer Generationen aus Witten, stellten sich anschließend den Fragen des Publikums und wurden von der Vorsitzenden des Integrationsrates Alexandra Konstantinopoulos und dem internen Koordinator des Lokalen Aktionsplans Witten Michael Lüning geehrt.
Besonderer Dank galt der Filmemacherin Andrea Lötscher, die mit diesem Film bereits das dritte Projekt der Wittener Internationalen Gesellschaft im Rahmen des Lokalen Aktionsplans für das Bundesprogramm „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN“ umgesetzt hat.
Der Film kann unter dem Link Kosmopoliten abgerufen werden.

„Deine Anne – Ein Mädchen schreibt Geschichte“: Ausstellung im Schiller-Gymnasium ist Förderprojekt und ein toller Lern-Ort!

Die Peer Guides des Schiller-Gymnasiums vor dem Anne Frank Museum in Amsterdam

Das Schiller-Gymnasium Witten und der Verein für Kinder- und Jugendförderung Witten-Annen e.V. freuten sich bereits zu Beginn des Jahres über die Förderzusage des Begleitausschusses des Lokalen Aktionsplans Witten (LAP) für die Ausstellung „Deine Anne – Ein Mädchen schreibt Geschichte“.
Die Schirmherrschaft für das Projekt, das vom 28. November bis 18. Dezember in Witten Station gemacht hat und aus Mitteln des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN“ geförderte wird, hat Wittens Bürgermeisterin Sonja Leidemann übernommen.

Eröffnungsveranstaltung am 27.11.14 im Schiller-Gymnasium
Am 27.11.14 fand im Schiller-Gymnasium unter der Schirmherrschaft der Bürgermeisterin Sonja Leidemann die feierliche Eröffnung der Ausstellung mit vielen geladenen Gästen, Reden und einem kulturellen Programm statt. Einige Eindrücke von der Veranstaltung finden sich in einem folgenden Artikel.

„Peer-to-Peer“: Aber am 29. & 30.11. ist die Ausstellung offen für alle!
Am 29. und 30. November war die Ausstellung jeweils in der Zeit von 10 bis 17 Uhr auch für die Öffentlichkeit zugänglich. Den größten Teil ihrer Verweildauer in Witten verfolgte die Ausstellung jedoch einen „Peer-to-Peer-Ansatz“, das heißt: Die Ausstellung ist ein Lern-Ort, bei dem sich Schülerinnen und Schüler auf beiden Seiten des Projektes – als thematische Begleiter und als Besucher der Ausstellung – finden.
„Das Anne Frank Zentrum (Berlin) bildet interessierte Schülerinnen und Schüler in Seminarform, aber auch mit E-Learning Modulen, aus, so dass sie auf die Begleitung der Ausstellung gut vorbereitet sind“, lobt Michael Lüning vom Verein für Kinder- und Jugendförderung das innovative Konzept. Damit ist es im Förderjahr 2014 einer der Höhepunkte des LAP.

Schulklassen konnten sich per Telefon und per Mail anmelden
Der Verein für Kinder- und Jugendförderung übernahm die Besuchskoordination und Anmeldung für die Ausstellung. Am Ende hatte über 40 Schulklassen und andere, zum Teil auswärtige Gruppen die Ausstellung besucht. Inclusive des offen Wochenendes haben ca. 1500 Menschen die Ausstellung gesehen.

Die Ausstellung »Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“
Grundlage der Ausstellung ist das Tagebuch der Anne Frank (1929-1945). Das Tagebuch ist Symbol für den Völkermord an den Juden durch die Nationalsozialisten und intimes Dokument der Lebens- und Gedankenwelt einer jungen Schriftstellerin.
In der Ausstellung erzählen große Bildwände in sechs Abschnitten von ihrem Leben und ihrer Zeit: von den ersten Jahren in Frankfurt am Main und der Flucht vor den Nationalsozialisten, über die Zeit in Amsterdam – glückliche Kindheit und schwere Zeit im Versteck – bis zu den letzten schrecklichen sieben Monaten in den Lagern Westerbork, Auschwitz und Bergen-Belsen. Viele private Fotos erlauben einen ganz intimen Einblick in das Leben der Familie Frank und ihrer Freunde.
Ihre persönliche Geschichte wird verbunden mit der Geschichte der Weimarer Republik, des Nationalsozialismus, der Judenverfolgung, des Holocaust und des Zweiten Weltkriegs. Wichtige geschichtliche Ereignisse werden kurz erläutert und durch Filme und Aussagen von Zeitzeugen ergänzt. Neben der Perspektive der Verfolgten und ihrer Helfer wird die Perspektive von Mitläufern und Tätern dargestellt.
Kernstück der Ausstellung ist der Gedankenraum, der sich der langen Zeit im Versteck widmet. Audiozitate würdigen Anne Frank als Tagebuchschreiberin und Chronistin ihrer Zeit. Sie ermöglichen ein Nachdenken über die Parallelen und Unterschiede zwischen gestern und heute. Dazu zeigt die Ausstellung die Geschichte des Tagebuchs seit dessen Veröffentlichung.

Themen eines Mädchens von „damals“ sind eng verbunden mit heute!
Die Ausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte“ soll kommunikativer Lern-Ort sein. Das Konzept setzt ganz auf die Auseinandersetzung von Jugendlichen mit einem Mädchen, das – wenn auch unter anderen und überaus grausamen Umständen – über Themen schreibt, die auch Jugendliche heute beschäftigen: die eigene Entwicklung und die Welt, die sie umgibt. Wer bin ich? Wer sind wir? Wen schließen wir aus? Kurze Filme mit Jugendlichen von heute regen zur Diskussion zu diesen Themen an. Ausgehend von der Frage „Was kann ich bewirken?“ ermutigt die Ausstellung zum Einsatz für eine menschliche Gesellschaft.
Die Ausstellung fördert ein Besinnen auf die Gefahren von Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung und auf die Bedeutung von Freiheit, Gleichberechtigung und Demokratie.  „Damit passt die Ausstellung hervorragend zum Schiller-Gymnasium, da die Schule bereits in die Initiative „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ eingebunden ist“, erinnert Schulleiter Gerhard Koch.
Abseits der Dauer der Ausstellung im Schiller-Gymnasium wird das Leben der Anne Frank auch zum Unterrichtsthema in den Fächern Deutsch, Politik und Sozialwissenschaften. „Ein ganzheitlicher Ansatz, von dem unsere Schülerinnen und Schüler insgesamt profitieren“, ist Schulleiter Gerhard Koch begeistert.

Herausragendes Rahmenprogramm ergänzt die Ausstellung
Der Verein für Kinder- und Jugendförderung hat zudem mit Unterstützung des Stadtarchivs Witten und des Schillergymnasiums ein fantastisches Rahmenprogramm mit Vorträgen, Führungen und Zeitzeugenveranstaltungen auf die Beine gestellt.
So gab es neben einer Führung und Vortrag des Historikers Ralph Klein am 03.12.14 zum Tränenkeller im Schiller-Gymnasium, am 05.12.14 im Ratssaal des Rathauses einen Vortrag von Dr. Thomas Rahe, wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen über die Verbindung von Anne Frank zum ehemaligen Konzentrationslager Bergen-Belsen. Des Weiteren bot das Rahmenprogramm eine schulische und öffentliche Zeitzeugenveranstaltung mit Betty Bausch-Polak (01.12.14 im Ruhrgymnasium) und Buddy und Gerti Elias am 17.12.14 um 18.00 Uhr im Haus Witten. Ausführliche Informationen und alle Daten zum Rahmenprogramm können sie mit dem Programmflyer hier runterladen.
Die einzelnen Veranstaltungen werden im Folgenden vorgestellt.

Eröffnungsveranstaltung Anne Frank Ausstellung

Am 27.11.14 fand im Schiller-Gymnasium die Eröffnungsfeier der Ausstellung "Deine Anne - Ein Mädchen schreibt Geschichte" statt. Bürgermeisterin Sonja Leidemann konnte als Schirmherrin der Ausstellung zahlreiche interessierte Gäste aus Schule, Politik, Verwaltung, Institutionen und Zivilgesellschaft begrüßen. Neben der Bürgermeisterin sprachen der Schulleiter Gerhard Koch, der Vertreter des Projektträger Harald Herrmann und der Leiter des Anne Frank Zentrums Patrick Siegele zu den ca. 50 geladenen Gästen. Dazwischen wurde die Eröffnungsveranstaltung von musikalischen Beiträgen und einem Ausschnitt aus einem szenischen Theaterstück der Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums kulturell begleitet. Alle Redner, u.a. auch die Leiterin des Stadtarchivs Fr. Dr. Martina Kliner-Fruck, hoben die besondere Ausstellungsbegleitung und Wissensvermittlung im Rahmen der Peer-to-Peer Education durch die 30 Ausstellungsbegleiterinnen und -begleiter des Schiller-Gymnasiums hervor.

Unter der Führung von Patrick Siegele hatte die Gäste die erste Gelegenheit die Ausstellung zu sehen und erhielten eine exklusive Führung durch den Leiter des Berliner Anne Frank Zentrums, der das Leben von Anne Frank eindrucksvoll skizzierte und viele Hintergrundinformationen vermittelte.

Ein ausführlicher Bericht zu Eröffnung der Ausstellung findet sich auch in dem Artikel der WAZ vom 28.11.14.

Zeitzeugin Betty Bausch-Polak berichtete über ihr Leben im Widerstand

Betty Bausch-Polak (Mitte) dankten v.l.n.r. Michael Lüning vom Projektträger, der Schulleiter des Ruhr-Gymnasiums Ulrich Janzen, der Schulleiter des Schiller-Gymnasiums Gerhard Koch und Dr. Martina Kliner-Fruck vom Stadtarchiv Witten

280 Schülerinnen und Schüler der Blote-Vogel-Schule sowie des Schiller- und des Ruhrgymnasiums lauschten am Montag (1.12.) dem beeindruckenden Bericht einer hochbetagten Zeitzeugin in der Aula des  Ruhrgymnasiums. Der Verein für Kinder- und Jugendförderung Witten-Annen e.V. hatte Betty Bausch-Polak dorthin eingeladen, um im Rahmen des Begleitprogramms zur Anne-Frank-Ausstellung über ihre Arbeit im Widerstand in den Niederlanden während der NS-Zeit zu berichten.

Die 95-Jährige erzählte von ihrem gefährlichen Leben im Untergrund, dem ständig drohenden Verrat und wie es ihr gelang, das alles zu überleben. Im rappelvollen Saal  war es dabei mucksmäuschenstill: „Alle waren tief bewegt“, sagt die Leiterin des Wittener Stadtarchivs, Dr. Martina Kliner-Fruck, die die Veranstaltungsreihe mit Rat und Tat unterstützt hat. Nach ihrem Vortrag beantwortete die Zeitzeugin noch die Fragen der Jugendlichen und signierte allen Jugendlichen, die darum baten, ihr Buch „Bewegtes Schweigen“, das sie gemeinsam mit ihrer Schwester verfasst hat, persönlich: „Umarme das Leben“, gab Betty Bausch-Polak den Jugendlichen mit auf den Weg.

Dr. Kliner-Fruck freut sich sehr über das große Interesse der Schulen an der Veranstaltung und das positive Echo. Uta Wolf, deren Kind die Blote-Vogel-Schule besucht, bedankt sich beispielsweise persönlich bei den Veranstaltern und schreibt ans Stadtarchiv: „Meine Tochter und ihre Klassenkameraden waren sehr beeindruckt von Frau Bausch. Die Klasse würde ihr gerne schreiben und ihr danken…“  

Betty Bausch-Polak ging anschließend noch in Begleitung des Schulleiters des Schiller-Gymnasiums, Gerhard Koch, und dem 2. Vorsitzenden des Vereins für Kinder- und Jugendförderung Witten-Annen e. V., Michael Lüning, durch die Anne Frank Ausstellung. Bei dieser Gelegenheit hob sie die besondere Wirkung hervor, die das Schicksal der Anne Frank bis heute bei jungen Menschen erziele.

Führung und Vortrag Tränenkeller Schiller-Gymnasium im Rahmen des 17. Wittener Archivforums

Die Kooperationsveranstaltung des Projektträgers und des Stadtarchivs Witten am 03.12.14 stieß in der Wittener Bürgerschaft auf ein sehr großes Interesse. So waren annähernd 100 interessierte Bürgerinnen und Bürger der Einladung zur Führung und Vortrag zum Tränenkeller im Schiller-Gymnasium erschienen. Der Historiker Ralph Klein informierte die Besucherinnen und Besucher über die Bedeutung und Hintergründe des Tränenkellers und führte durch die Überbleibsel dieser geschichtsträchtigen Stätte.
Zum Hintergrund: Nach der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler entfesselte die triumphierende NS-Bewegung eine ungeheure Welle der Gewalt gegen ihre politischen Gegner. Sie schuf sich dazu eine Hilfspolizei aus Angehörigen von SA, SS und Stahlhelm. SA und SS wurden mit einem Schlag von parteieigenen Schlägertruppen in Organe der staatlichen Exekutive umgewandelt. Dadurch erhielt die erbarmungslose Verfolgung ihrer Gegner einen amtlichen Anstrich. Die Wittener Hilfspolizei wurde in Räumen des damaligen Schillerlyzeums, Breddestraße 8, untergebracht, die die SS von der Stadt Witten gemietet hatte. Dorthin wurden 1933 Nazi-Gegner verschleppt, verhört und brutal gequält, von denen mehrere infolge der Misshandlungen starben. Der Keller des Schulgebäudes erhielt im Wittener Volksmund den Namen „Tränenkeller“. Bei einer Führung durch diesen Seitenflügel des heutigen Schiller-Gymnasiums wird die Geschichte der Hilfspolizei und der von ihr ausgeübten Gewalt auch als Vorgang der Institutionalisierung der NS-Herrschaft beschrieben.

Ralph Klein, Historiker, interessiert sich u.a. für die lokale Geschichte des 20. Jahrhunderts, die er kritisch aus sozial-, technik- und kulturpolitischer Perspektive betrachtet. Einer seiner Forschungsschwerpunkte ist die NS-Zeit.

„Anne Frank und Bergen-Belsen": Historiker sprach über Lebens-, Verfolgungs-, Wirkungsgeschichte

Einem Vortrag über „Anne Frank und Bergen-Belsen" lauschten Interessierte am Freitag, 5. Dezember, im Ratssaal des Wittener Rathauses. Dr. Thomas Rahe, wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen, referierte dort über „Anne Frank und Bergen-Belsen". Der Vortrag ging der Frage nach, aus welchen Gründen Anne Frank zusammen mit ihrer Schwester Margot Ende Oktober 1944 von Auschwitz nach Bergen-Belsen deportiert wurde und was wir über ihr weiteres Schicksal im Konzentrationslager Bergen-Belsen wissen.

Der zweite Teil des Vortrags beschäftigte sich mit der Wirkungsgeschichte des Tagebuchs und des Verfolgungsschicksals von Anne Frank, wie sie sich in der Geschichte der Gedenkstätte Bergen-Belsen widerspiegelt. Wie ist die Verfolgungsgeschichte von Anne Frank an diesem Ort präsent, wie wird ihr Vermächtnis dargestellt und wie reagieren die Besucher darauf? Auf diese Fragen ging Dr. Thomas Rahe ebenso ein wie auf den Umgang mit der Erinnerung an Anne Frank im räumlichen Umfeld der Gedenkstätte Bergen-Belsen.

Über den Referenten: Dr. Thomas Rahe

Dr. Thomas Rahe, geboren 1957, studierte Geschichte, katholische Theologie und Pädagogik an der Universität Münster. 1987 promovierte er mit einer Dissertation zur Programmatik des Frühzionismus. Seit 1987 ist er wissenschaftlicher Leiter der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Als Historiker ist er beteiligt an zahlreichen Publikationen zur Geschichte Bergen-Belsens und zur jüdischen Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts, u.a. in: „Höre Israel". Jüdische Religiosität in nationalsozialistischen Konzentrationslagern, Göttingen 1999.

Prominentes Finale des Rahmenprogramms zur Anne Frank Ausstellung am 17. Dezember mit Buddy Elias

Nachdem rund um die Anne-Frank-Ausstellung im Schiller-Gymnasium eine tolle Veranstaltung die nächste jagte (Zeitzeugenbericht von Betty Bausch-Polak; 17. Wittener Archivforum zum „Tränenkeller“; Vortrag über „Anne Frank und Bergen-Belsen“ im Ratssaal), stand nun zum Finale der Veranstaltungsreihe ein weiterer Höhepunkt auf dem Programm:

Am Mittwoch, 17. Dezember, war Buddy Elias zu Gast im Haus Witten, gemeinsam mit seiner Frau Gerti. Buddy Elias, Schweizer Schauspieler und unter anderem bekannt aus „Monuments Men“ mit George Clooney, ist der Cousin und letzte lebende direkte Verwandte von Anne Frank und Verwalter des Anne Frank Fonds.

„Früher wohnten wir in Frankfurt ...“, so beginnt Anne Frank in ihrem weltberühmten Tagebuch den Eintrag über ihre Familie. Bis in das 16. Jahrhundert reichen die Frankfurter Wurzeln der Familien Frank, Cahn und Stern zurück. Die Weltwirtschaftskrise 1929 und der Aufstieg der Nationalsozialisten zwangen die FamilienFrank und Elias zur Emigration. Otto Frank ging mit seiner Frau Edith und den Kindern Margot und Anne nach Amsterdam. Seine jüngere Schwester Helene folgte ihrem Mann Erich Elias mit ihrem jüngeren Sohn Buddy nach Basel. 1933 emigrierte ihre Mutter Alice Betty geb. Stern – Annes Großmutter – mit dem älteren Sohn Stephan. Der Umzug von Alice Frank und der Familie Elias nach Basel ermöglichte das Überleben dieses Teils der Familie – und die Rettung der Familienüberlieferung.
Anne Frank ist wohl das bekannteste Holocaust-Opfer, ihre Tagebücher sind historische Dokumente. Der Schauspieler Buddy Elias ist der letzte noch lebende Verwandte von Anne Frank. In Kindheitstagen haben er und seine Cousine Anne in den Ferien viel Zeit miteinander verbracht. Elias betrachtet es als seine Lebensaufgabe, Annes Ideale in der Welt zu verbreiten, Kinder in Not zu stärken und Friedensprojekte zu fördern. Bei seinem Auftritt im Haus Witten erzählte der 89-Jährige gemeinsam mit seiner Frau Gerti, was Anne Frank für ein Mensch war und berichtete was er über Annes Schicksal weiß. Die überwiegend jugendlichen Besucherinnen und Besucher hörten gebannt zu und waren sichtlich von den Erzählungen und Eindrücken über das Schicksal der Familie Frank beeindruckt.
Nach der Veranstaltung bildete sich eine lange Schlange am Büchertisch, da es die Möglichkeit gab, erworbene Bücher signieren und sich gemeinsam mit Buddy und Gerti Elias fotografieren zu lassen.

Die Veranstaltung und Zeitzeugenauftritt im Haus Witten wird in dem Artikel der WAZ vom 19.12.14 entsprechend dargestellt und gewürdigt.

Tagsüber haben Buddy und Gerti Elias die Anne Frank Ausstellung im Schiller-Gymnasium besucht. Dabei überraschten sie eine Schulklasse, die gerade mit ihren Peer-Guides die Führung beginnen wollte. Die Schülerinnen und Schüler hatten das einmalige Glück eine vom Ehepaar Elias begleitete und kommentierte Führung zu erleben. Es war für alle Besucher sicher ein bewegender Moment und eine unmittelbare Begegnung mit dem Zeitzeugen und Cousin von Anne Frank. Buddy Elias lobte die Ausstellung und das innovative Lern- und Führungskonzept.

Das Rahmenprogramm zum Projekt „Deine Anne- Ein Mädchen schreib Geschichte“ des Schiller-Gymnasiums und des Vereins für Kinder- und Jugendförderung Witten-Annen wurde aus Mitteln des Bundesprogramms „TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN" gefördert. Schirmherrin ist Sonja Leidemann.

Aufführung des Kindermusicals "Blinki und die Reise um die Welt"

Das Ziel ist dieses Einzelprojekts des Lokalen Aktionsplans war 40 Kinder aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen für ein Gemeinschaftsprojekt zu begeistern. Der Anteil der Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund beträgt an der Crengeldanz-Grundschule ca. 75 %.
Der Inhalt des Projekts ergibt sich aus dem Namen "Musikalische Märchenreise durch verschiedene Länder und Kulturen". Es handelte sich dabei um ein Kindermusical der Musikpädagogin und Komponistin Claudia Pössnicker. 
Das Endergebnis war die Aufführung dieses Stückes vor Publikum (Eltern, Lehrer/innen, Schüler/innen der Crengeldanzschule, aber auch interessierten Gästen). Die Teilnahme am Projekt war freiwillig und fand nicht während der Regelunterrichtszeit statt.

Durch das gemeinsame Singen, Herstellen von Requisiten und die abschließende Aufführung des Werkes zu Schulfesten und anderen Veranstaltungen erleben sich die Kinder als Gemeinschaft und erfahren ihre individuellen Fähigkeiten bezüglich des Singens und ihre Bedeutung für die Gemeinschaft. Die Kinder werden in ihrem Selbstbewusstsein und der Akzeptanz und Toleranz untereinander gestärkt, da die Musikstücke von Frau Pössnicker vielfältige Möglichkeiten bieten, sowohl solistisch als auch im Chor als Mitträger des Gesamtwerkes tätig zu sein. Sie erleben sich und ihre Stimme als Möglichkeit etwas auszudrücken und zu bewirken.

Was passiert mit einem kleinen Stern, der mitten in einer Schulstunde aus dem Klassenzimmerfenster hinab auf die Erde fällt? Und was passiert, wenn Schülerinnen und Schülern im Alter von sechs bis zehn Jahren sich diese Frage stellen?
Die Antwort darauf war die Aufführung des Kindermusicals „Blinki und die Reise um die Welt“, geschrieben von der Komponistin und Musikpädagogin Claudia Pössnicker.

Ziel dieses Projekts, (eine Kooperation mit der Klassenlehrerin der 1b, Frau Ulrike Rubens als Organisatorin, dem Schulverein der Crengeldanzschule mit seiner Vorsitzenden Frau Nilgün Özbek und der musikalischen Leiterin Frau Claudia Pössnicker) war es, ca. 40 Kinder aus unterschiedlichen Kulturen und Religionen für ein Gemeinschaftsprojekt zu begeistern: Eine musikalische Märchenreise durch verschiedene Länder und Kulturen.
Und begeistert waren sie, diese Kinder, die nach wochenlangen Proben endlich ihr Können dem ebenfalls begeisterten Publikum im voll besetzten OGS-Raum zeigen konnten. Blinki, dargestellt von einer Erstklässlerin, reiste von einem Land zum anderen auf der Suche nach dem Polarstern, der ihm den Weg nach Hause zeigen konnte und begegnete in diesen Ländern anderen Wesen, die ihm manchmal sogar halfen.
Die Auswahl der Länder und der dazugehörigen Märchen wurde vom jeweiligen Migrationshintergrund der Kinder des Chores bestimmt. Diesmal waren Märchen aus der Türkei, aus Deutschland, Polen und Russland dabei, andere Länder, in denen Blinki eine Rast eingelegt hatte, wurden hinzugenommen.

Jeder hatte etwas zum Erfolg beigetragen: die fleißigen Kulissenmaler und -Bastler, die Stühleschlepper vor und nach der Aufführung, die drei Vorleserinnen, die Kinder, die eine Sprech- oder Schauspielrolle hatten, und natürlich die Kinder im Chor, die text- und stimmsicher das Publikum mit ihren Songs in Blinkis Märchenwelt entführten, alle so, wie es den jeweiligen Fähigkeiten entsprach, und alle zusammen für diesen Erfolg.

Bei allen Zuschauern aus den verschiedensten Kulturen kam die Zusammenstellung der Märchen gut an, viele Eltern sangen sogar die Lieder mit oder wippten im Takt.

Abgerundet wurde diese gelungene Aufführung durch ein kleines Buffet mit internationalen Spezialitäten, organisiert vom Schulverein mit seiner Vorsitzenden Frau Nilgün Özbek.

„Bommeraner Familien in Bewegung“ - Neues Bewegungskonzept will das Wir-Gefühl stärken

„Bommeraner Familien in Bewegung“ ist ein dreimonatiges Projekt, dass Eltern und Kindern gemeinsam die Möglichkeit gab eine positive Zeit zu erleben. Immer sonntags haben vier bis fünf Familien gemeinsam ganz individuelle Bewegungserfahrungen im Gymnastikraum des TuS Bommern Sportzentrums gemacht. Erwachsene und Kinder haben im Projekt „Bommeraner Familien in Bewegung“ gemeinsam agiert. Mit Spielen und spannenden Aufgaben stärkten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über das Medium Bewegung ihre Beziehungsebene und das Wir-Gefühl.
Zusammensein, Erlebnisse aktiv miteinander teilen und erfahren, dass man füreinander da ist – das stärkt die Familienbande und Gemeinschaft. Der hauptsächliche Durchführungszeitraum war von Mitte November bis Ende Dezember 2014.

Teilnehmer waren u.a. Familien des Bewegungskindergartens Regenbogenland, einem weiteren Kooperationspartner des TuS Bommern. Neben der Arbeit mit den Familien wurde auch eine Fortbildung zu dem Thema beim TuS Bommern durchgeführt, so dass eine nachhaltige Weiterentwicklung auch nach Abschluss des Projektzeitraums gewährleistet werden konnte. Der TuS Bommern arbeitete dafür mit den Projektpartnern Ruhrbewegung  GmbH und sportsUP gGmbH zusammen. Beide Partner initiieren und koordinieren gemeinnützige Projekte für Kinder, Jugendliche, Erwachsene.

Das Team von Ruhrbewegung besteht aus engagierten Rehabilitationspädagoginnen und -pädagogen die die Projektinhalte nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen aus den Bereichen der Pädagogik, Psychologie und Soziologie im TuS Bommern Sportzentrum umsetzen. Alles über den Projektpartner Ruhrbewegung gibt es auf der Internetseite www.ruhrbewegung.de

“Bommeraner Familien in Bewegung” wurde im Rahmen des Bundesprogramms “TOLERANZ FÖRDERN - KOMPETENZ STÄRKEN” gefördert.